Elsässer per Volksentscheid Frankreich zuschlagen

Bitte?

Bitte was?
Dass der vollständig „durchelektrisierte“ (Lenin) Jürgen Elsässer (32 1/2) schon länger einen Wackelkontakt im Wechselstromaggregat hat, dürfte hinlänglich bekannt sein. Neulich babbelte Es sich nun einmal wieder etwas ganz besonders blödes zusammen. Aug in Auge mit dem Aufstand der freien Jugend Teherans gegen das islamistische Schweineregime, verfiel Es in Blutrausch

Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads [Der Achim aus Teheran; anm. d. Verf.] Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.

und bewies damit einmal mehr, dass Es links ein Glasauge und rechts eine Augenklappe trägt. Selten habe ich in zwei Sätzen soviel Anticommunismus, ja geradezu erleben müssen, und als Göttinger Miezenjunkie, Strichjunge der Weltrevolution und gern geschluckte Diskodroge möchte ich disclaimen, dass die nachfolgenden strafrechtlich relevanten Analysen nichts als gutbürgerliche Notwehr sind, und darüber hinaus Nothilfe gegen die sprachlich vollzogene Beihilfe zum sexuellen Mißbrauch in Fällen der §§ 174a, b, 177, 1781, Beleidigung (§ 185), unterlassene Beileidigung (nicht geregelt), Üble Nachrede gem. §§ 186, 188, Versuch der Beteiligung (§ 30f.) an Mord und Totschlag (§§ 211, 212), Körperverletzung (§§ 223, 224, 226, 227) alle möglichen Fälle von Straftaten gegen die persönliche Freiheit, Strafvereitelung im Amt, Betrug, Vereitelung der Zwangsvollstreckung, aller möglichen Sachbeschädigung, alles was man sonst noch machen kann (XXVIII-XXX. Teil des StGB) und einiges mehr. Es ist nicht alles Gold, was glänzt, nichteinmal, wenn Es aus Pforzheim kommt. Nachdem ich also routinemäßig zu protokoll gebe, dass Elsässer „seine Mutter ficken gehen soll“ (Tucholski), die vielleicht noch passenderweise dort beheimatet ist (eventuell auch gerne in Form von Störung der Totenruhe), möchte ich nun zu wissenschaftlich genaueren Beleidigungen übergehen.

Katzenjammer zum Schweigen gebracht
Zunächst also, wie jeden Freitag, zu den Diskomiezen. Ich nehme an, dass hier mehr vorliegt, als eine unzulässige Verallgemeinerung der gerechtfertigten Kritik an der Mieze von Mia, vielmehr ist wohl, was es ist, das, was er will, nämlich Scheisse. Wie kommt man eigentlich darauf (ich unterlasse im Folgenden der lesbar- und unverbesserlichkeit wegen den Versuch der direkten Kommunikation mit Elsässers Unbewußtem), in einem Land wie dem Iran ausgerechnet die Diskomiezen anzugreifen? Die haben es schwer genug, bekommen kaum was von der Lightshow mit, der Schleier dämpft bestimmt auch ganz entschieden den treble, weshalb alleine schon etwas trouble verständlich erscheint. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es überhaupt Diskos im Iran gibt, aber Herr Elsässer wird das schon anständig recherchiert haben. Vielleicht gibt es sie auch nicht, und Herr Elsässer befürchtet bloß, dass aus ganz normalen Huren auf einmal halbnackte Superhuren werden, die den Mullahmackern ihren Honig um den Bart schmieren und so die revolutionierte Disziplin untergraben. Vielleicht lässt sich dieser Wahnsinn, eben weil es Wahnsinn ist, auch gar nicht immanent kritisieren. Vielleicht ist es ihm einfach lieber, wenn das Weib die Fresse hält, sich, zuhause eingesperrt, um die Familie kümmert, die schließlich die Keimform des Staates ist, den es gegen die internationale Ostküste (Hä?) zu verteidigen gilt; dann ist es schon ok, wenn alte Schabracken an jeder größeren Kreuzung anzüglichen Äußerlichkeiten junger Frauen gegenüber austicken und ab und an mal ein ganz besonders dreister Fall des Sittenverfalls am antiimperialistischen Kran landet (Caterpillar?). Rumhängen mit Freunden, erfrischend traditionell wie Christa Müllah, wie pitoresk. Elsässers Werte- und Familienbild lässt mich auf allerletzteres schließen, ich muss aber zugeben, dass ich keine Lust habe, mir diesen ganzen Schund von A bis H reinzuziehen. Vielleicht nur soviel: Wer so vehement gegen die Atomisierung althergebrachter Bindungen wie der Familie hetzt, ohne dabei den ihnen ganz eigenen Zwangscharakter zu begreifen (Frage an Radio Eriwan: Kann Elsässer eine Frau im Laufen vergewaltigen? Antwort: Im Prinzip nein, Frau mit Rock rauf läuft schneller als Elsässer mit Hose runter!), den kann ich nur als den Herrmann behandeln, der er nunmal ist. Was wunder, dass ein genuin autoritärer Charakter nichts von Sozialpsychologie hält. Soll mir doch jemannd das Gegenteil beweisen. Dass ich nicht lache. Solange behaupte ich wiederum das Gegenteil: Endlich mal eine Revolution mit Diskomiezen, wahrscheinlich aber auch nur der Versuch, mal wieder ein paar Penisse zu stutzen, die zu lang geworden sind. So oder so: Gratulation. Mein Carepaket mit Nagelscheren ist nächste Woche da.

Just a perfect day
You make me forget myself
I thought I was someone else
Someone good

You‘re going to reap just what you sow
Ohne mich jetzt an Spekulationen zu beteiligen, wieviele Diskomiezen auch, oder ausschließlich Teheraner Drogenjunkies sind – nach allem was man hört, kauft die Teheraner Jugend mehr Es (sprich EEEs) als beim Glücksrad –, als Argument gegen eine politische Bewegung kommt das doch nur dann in Betracht, wenn man befürchtet, dass die Leute im Rausch die Revolution vergeigen, oder erst gar nicht auftauchen, weil sie jeweils zu fünft im Bett liegen, um den Kater zu verkraften (der bei dem Alltag ganz schön krass sein muss). Die einzige andere Möglichkeit ist, dass man grundsätzlich was gegen Drogenkonsum, oder gleich die Drogenkonsumenten hat, und zwar so sehr, dass man sie am liebsten totschlagen möchte. Bzw. sich freut, wenn andere das für einen übernehmen. Woher dieser Hass? Vielleicht, weil Drogen ein Werkzeug der herrschenden Klasse sind, die aus aufrichtigen Autochtonen Zombies der kapitalistischen Wertvergesellschaftung machen? Dann wären natürlich diese ganzen Jugendlichen die fünfte Kolonne von Kentucky Fried Chicken, und wer wollte sie nicht von Dächern schubsen, diese chickenwings? Vielleicht sind Drogen aber – Arbeiter meide den Schnaps! – von vornherein nur etwas, mit dem sich dekadente Bourgeois und ihre verkommene Brut abgeben. In jedem Fall schaden sie der Volksgesundheit, und das Volk muss gesund bleiben, sonst ist es anfällig für Viren, Parasiten, Heuschrecken (man beachte die Aussage: Bis alles in Scherben fällt) – werden ja immer größer, diese Viecher. Bald sind sie so groß wie Menschen geworden, da muss man aufpassen. Und was macht man, wenn man die Volksgesundheit erhalten will? Man sucht sich die Ungesunden und… Herr Elsässer und ich wissen, wie der Satz weiter ginge, gegangen ist und in seinem Sinne auch jetzt noch weiter gehen soll. Und weiter und weiterundweiter stop! Dass wir hier über die einzigen Leute Reden, die halbwegs klar im Kopf sind, sodass sie sich die Hälfte der Zeit selbst ausschalten, weil sie es nicht ertragen, von den anderen die ganze Zeit ausgeschaltet zu werden, dass wir von Leuten reden, die schlicht und einfach die fehlenden Lustreize von außen durch chemikalische ersetzen wollen, weil sie sonst gar nichts hätten, das will dem Prosecco-Taliban (Ivo Bozic) nicht in den Sinn. Mitleid, Verständnis, der ganze Scheiss? Ach was! Wir sind schon längst in der Größenordnung der Statistik angekommen. Das Individuum mit seinen Entscheidungen interessiert gar nicht, weder als Person, noch als Ideal. Ich kann gar nicht soviel koksen, wie ich kotzen möchte.

Lügen haben krumme Nasen
Über die implizite Metropolenfeindlichkeit bzw. antiurbanität (Metropole=Multikulti, Gendermainstreaming, schwule Subkultur und was nicht alles) des deutschen Dorftrottels Elsässer, die sich darin äußert, dass er hier nur von den Teheraner Drogenjunkies sprechen will, die wahrscheinlich den ganzen Tag am Bahnhof rumhängen, wenn sie nicht gerade die Umma beklauen, jeden vorbeikommenden Religiösen mit „Geh zurück in den Zoo“ begrüßen (bitte nicht füttern; weder, noch) und allgemein das sowieso schon trostlose Stadtbild noch weiter verschandeln, will ich mich hier nicht gesondert auslassen; schon der alte Kalle M. hat bezüglich der Idiotie des Landlebens eigentlich alles dazu gesagt. Viel interessanter ist die explizit-implizite Feindschaft gegen eine ganz bestimmte Metropolis, nämlich: New York. Das weiß doch jeder, dass das Finanzkapital vor allem: Amerikanisch ist. Und wo genau? An der Ostküste. Denn da ist: Die Wallstreet. Und wer wohnt da? Herr Elsässer lässt mitteilen, dass er keine weiteren Fragen beantwortet. Nun gut, ich kann mir den Rest auch denken. Jedenfalls wollen die Finanzjuden (müssen aber keine echten Juden sein; merkwürdigerweise findet sich einen Klick weiter von folgendem Video dies hier; das scheint er ja ganz gut zu finden) jetzt auch in den Iran, wo es bisher offenbar keine Banken gibt. Und wen suchen sie sich mit ihrer übermenschlichen Ratio als Geschäftspartner? Richtig: Einen ganzen Sack voll Strichjungen. Und auf den Sack will der alte Elsässer jetzt mit seinem dicken Knüppel mal so richtig draufhauen. Diese verdammten Gören, verkaufen sich an die Juden mit ihrer ko(s)mischen Sexualität. Hmm… Strichjuden. Hätte er auch selbst darauf kommen können. Wie kommt der überhaupt auf Strichjungen? Abwarten.

Well, I‘m just a modern guy
Of course, I‘ve had it in my ear before

Well, I‘ve a lust for life (lust for life)
Nehmen wir mal an, wir sprechen über reale Personen und nicht bloß über die Dreifaltigkeit des Elsässerschen Hasses auf das Nichtidentische: Nun treffen sich also die Diskomieze, der Teheraner Drogenjunkie und der Strichjunge des Finanzkapitals am Teheraner Hauptbahnhof und wollen eine Party feiern. Der Teheraner Drogenjunkie hat für das Koks gesorgt, der Strichjunge hat von seinem letzten Fick eine Boombox gekauft und die Diskomieze ist einfach nur so da und maunzt die ganze Zeit, dass den beiden Kerlen einer abgehen würde, wenn der eine nicht impotent wäre und der andere kein, nunja, Strichjunge. Nachdem wir nun wissen, was Herr Elsässer von Frauen (sollen die Klappe halten; Tanzen verboten auch wenn Klappe zu) und Schwulen (evtl. ok; kein Oralsex in der Badewanne, wenn Baby auf dem Arm bzw. heiraten), Drogenjunkies (umlegen, bevor sie es selber machen) und Strichern (kosten den Staat zuviel Geld) hält, verwundert es nicht, dass er dem wilden Treiben ein Ende bereiten will und die drei bei den Revolutionswächter verpfeift. Die sind auch prompt zur Stelle, schießen dem Teheraner Drogenjunkie aus Notwehr drei mal ins Gesicht, prügeln solange auf den Strichjungen ein, bis der auch nicht besser aussieht und nehmen die Diskomieze mit in die Kaserne, wo sie sie mehrfach vergewaltigen und nach ein paar Tagen ihre verbrannte Leiche in der Wüste verschwinden lassen. Und so einer wie der Elsässer möchte den Volkszorn darauf lenken, dass ein paar Idioten in Kreuzberg Autos abfackeln. Scherben klirren… Die boombox schließlich (deutsches Fabrikat) bleibt im Pausenraum der Kaserne, denn ein besonders feinsinniger Revolutionswächter hat eine CD mit den schönsten Muezzingesängen in Dolby Digital von den Kollegen zum Geburtstag bekommen. Gut, dass im Iran wenigstens irgendwer ein bisschen aufpasst, sonst tanzt einem diese Jugend ständig auf der Nase herum. Wo ist der Haken?

Was Elsässer verschweigt
Wie er auf den darkroom kommt. Ich hätte da so eine Theorie. Ich nehme an, während er sich den Teil mit den Miezen etc. aus den Fingern gesaugt hat, fiel ihm auf einmal das letzte Wochenende ein. Und da kam folgende Assoziationskette zustande: Diskomiezen… Junkies… Hmm… Strichjungen… ähh… darkroom! Ich vergleiche mal die Folterkeller des iranischen Regimes mit dem, was ich so treibe, sonst wird das für meine Leser zu abstrakt. Und das von einem, der in jedem mir bekannten Darkroom nicht einmal aus Versehen Geschlechtsverkehr hätte, Plastikplane hin oder her, geschweige denn gefoltert werden würde, denn dann würde er ja erst richtig anfangen zu reden: Daher ja auch der Bedarf an Strichjungen. Nichts gegen letztere im übrigen, das möchte ich betonen. Als Geschäftsmann kann man sich seine Kunden nicht immer aussuchen. Ich würde trotzdem einen Boykott empfehlen. Solch bürgerliche Bigotterie muss man nicht auch noch unterstützen. Jetzt mal abgesehen von dem ganzen Hass, auf den eben diese Assoziationskette hindeutet. Der macht mir schon ein bißchen Sorgen, aber ich bin echt schon moralisch genug geworden. Eins A autobiographisches Schreiben jedenfalls, lernt man in der ersten Stunde Creative Writing. Bingo. Jede mögliche andere Erklärung macht objektiv weniger Sinn, oder entfernt sich zu weit vom Text. Wir wollen ja jetzt nicht auf einmal anfangen, irgendwas in irgendwas anderes reinzuinterpretieren. Sowas schickt sich nicht. Punkt und Schluss mit diesem erbärmlichen Niveau: Nun, wo ich Väterchen Frost, auf der größten Kanone des Panzerkreuzer Polemkin sitzend und folgendes Lied trällernd, aus seinem Winterpalais geschossen habe, wird es ernst.

Freiheit: Nicht schön, aber selten
Dass er sich den Delacroix auf den Einband seines jüngsten Buches hat gestalten lassen, finde ich zwar voll Titte (Frage an Radio Eriwan: Was ist das beste an der Muttermilch? Die Verpackung.). Das Pforzheimer Wappentier hat trotz seines einsvierer Abis aber eine Kleinigkeit übersehen: Womit er da das Ergebnis seines letzten Ergusses gesäugt sehen will, das ist die bürgerliche Freiheit. Also was jetzt, Freiheit oder nicht? Das Problem vom Jürgen ist, dass er die bürgerliche Freiheit nicht als den universellen Wert begreifen kann, der sie nunmal ist. Bürgerliche Freiheit ist für ihn die Freiheit der eigenen Nation von der Einmischung der Ost(küsten)juden und ihrem militärisch-industriellen Komplex – was wiederum seine Komplexe erklärt (haben einen größeren). Da muss man sich auch mal unterordnen können. Genau darauf haben ich und meine Kumpels aus Teheran aber keinen Bock. Wir verstehen unter Freiheit, dass wir zum Teufel nochmal tun und lassen können, was wir wollen, ohne dass bekloppte Blockwarte uns dafür in Folterkeller zerren. Und natürlich ist die bürgerliche Variante von Freiheit eine halbe, falsche oder whatever. Immerhin sorgt sie aber für den Unterschied, dass es mir frei steht, in den kalten Keller zu gehen und mir die körperlichen und geistigen Schäden selbst zuzufügen (insider). Diese Wahl haben die Leute im Iran nicht. Und für diese Wahl gehen viele von ihnen auf die Strasse: Where is my vote? Tod dem Diktator!
Es gehört schon ein gerüttelt Maß an Zynismus dazu, wenn man einer wirren Strategie wegen bereit ist, eine lebendige und emanzipatorische Bewegung dem Achim aus Teheran und seiner Faschistenbande zum Fraß vorzuwerfen, nur weil man glaubt, das würde irgendwann zu irgendeiner Form der Emanzipation führen. Wobei ich mir die Hände, die diese Tastatur bedienen, abhacken werde, sollte sich tatsächlich herausstellen, dass das der Weg zum Communismus ist. Ehrlich gesagt, dann wärs mir auch egal. Ich bin aber überzeugt, dass meine Hände weiterhin in den Taschen meiner Bluejeans sicher sein werden, weil eben der Communismus die lebendige Bewegung ist. Das stellt die Frage nach den tatsächlichen Menschen. Was Jürsche sich vorstellt, ist die Welt als geopolitisches Schachspiel: Deutschland als Springer, der sich viel bewegt, aber nicht vom Fleck kommt, Iran als – wie sollte es anders sein – Bauer und die homecoming-queen in der Rolle der imperialistischen Superschurkin. Das ist eine Ebene, auf der man alles mögliche diskutieren kann, aber nicht die Grundlage des Communismus. Die findet sich nicht in der Statistik, sondern im Einzelnen, der sich verändert. Ich meine, ein Teheraner Drogenjunkie oder eine Diskomieze, die einmal ihr Leben riskiert haben, um ihre Freiheit, irgendwelchen Blödsinn zu veranstalten, gegen einen Tyrannen durchzusetzen, verstehen wesentlich mehr vom Communismus, als irgendwelche Sesselfurzer, mich eingeschlossen, aus hundert Jahre alten revolutionären Kampfschriften je lernen könnten. Da geht es darum, sich seiner Interessen bewußt zu werden, sie zu artikulieren, sich seine Fehler einzugestehen, immer und immer wieder, während man immer weiter macht, weiter kritisiert und weiter kämpft. Das ist der Prozess, den man eingehen muss, um selbst überhaupt einmal Communist sein zu können. Das kann einem keiner befehlen, das kann man nicht nachmachen, das kann einem keiner abnehmen. Das muss man selber erfahren. Da spielt es eine untergeordnete Rolle, ob man nun dieser oder jener Schule anhängt. Wichtig ist, dass man tut, was man selbst für richtig hält. Da gibt es eine Menge zu lernen, aber wissen muss man erstmal nur eins: Unter dem Pflaster liegt der Strand. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.
Selbst wenn also die Leute im Iran mehrheitlich nur eine bürgerliche Gesellschaft nach westlichem Vorbild haben wollen, dann ist das immernoch ein Fortschritt. Es ist immernoch besser, einem – meistens – streng reglementierten Spalier gegenüberzustehen, als einem faschistischen Racket. Es ist immernoch besser im Blätterwald vergebens zu rufen, als im Überwachungsstaat gehört zu werden. Es ist immernoch besser, hier zu sein, als im Iran. Das überhaupt sagen zu können, bezeugt schon die Katastrophe. Und wenn die Leute wirklich nicht mehr wollen, als das bißchen, was ich und Du schon (bzw. noch) haben, dann muss man sie dafür kritisieren, dass sie nicht weit genug gehen, muss sie kritisch begleiten. Aber begleiten muss man sie. Warum sollte man sie verachten? Was soll man denn von Kommunisten halten, die sich so weit von den tatsächlichen Interessen der Leute entfernt haben, dass sie ihnen nur noch mit Zynismus begegnen können? Man muss sie zum Teufel jagen. (Bürgerliche) Freiheit als gesellschaftliche Bedingung des Communismus war schon immer das Hassobjekt der reaktionären Drecksäcke aller Braunschattierungen und irgendwann auch der Kommunisten, die soviel Schwerindustrie ausgeschissen hatten, dass sie selber nur noch mechanisch denken konnten, Menschenhasser allesamt, und so schreit auch Elsässer, mit seinem bemittleidenswerten Zauberstab in der Hand, der Freiheit seinen Fluch entgegen: Rektum Sempra! Was für ein Arschloch (auch Tucholski).

P.S.: Bezüglich des großen Mauls vom Anfang:

Liebe Franzosen,

Ihr mögt aus historischen Gründen bedenken haben, wenn solche Deutschen Eure Grenze passieren.
Aus diesem Grund bin ich freiwillig zu folgenden Konzessionen bereit:

1.) Herr Elsässer kommt unbewaffnet.
2.) Die Ausweisung wird nicht über die Ardennen erfolgen, Luftverkehr eingeschlossen.
3.) Keine Fotos vor dem Eiffelturm.

Ansonsten ist Herr Elsässer über Kontakte mit Faschisten bereits mit Land und Leuten bekannt.
Wenn Ihr genug von ihm habt, treibt ihn meinetwegen ins Mittelmeer.

Hochachtungsvoll, etc. pp.

P.P.S.: „Entschuldigung“ zur Kenntnis genommen, aber ernsthaft: Da fällt doch keiner mehr drauf rein.

  1. Im Folgenden alles Paragraphen des StGB. [zurück]

Das Leben der Anderen

Zuviele Drogen habe er genommen – sagt Douglas Brinkley, sein Biograph, über Hunter S. Thompson. Eine… interessante Aussage über den Protagonisten des populärsten Drogentrips ever. Johnny Depps drogeninduzierte Sonnenbrille – und was dahinter übrig ist – beäugt eine Generation dabei, wie sie sich gegenseitig unter die Ringelpullis grapscht. Eine kulturindustriell vermittelte Ikone, die den Autor scheinbar so überzeichnet, dass sich das notorische Poster eins A in die Ikea-Wohnwelt integriert. Hier trifft das aufblasbare Plastiksofa auf abwaschbare Gedanken, die Flecken auf dem durchgefickten Gehirn erweisen sich als Requisite. Der zweifellos großartige visuelle Exzess zischt an einem vorüber, glitzert als er im Nichts zwischen zwei Neuronen explodiert und hinterlässt die romantische Idee, dass wahre Schönheit knallt, wenn sie sich zeigt. Die Dunkle Seite hat eine Hochglanzbroschüre gedruckt. Die Leute reißen sie ihr aus der verbliebenen Hand.
Wenn ich so aus dem Fenster blicke, das dritte Glas Prosecco in der einen, eine Gauloises in der anderen Hand, es ist Nachmittags, draußen oben ist es bedeckt, draußen unten die übliche Geschäftigkeit am Rande des Campus, man trägt gedeckte Farben – Ringel ist irgendwie out seit einiger Zeit .- Was das damals alles sollte, kann ich inzwischen gut verstehen. Der Rausch der Bilder ist ein Versprechen darauf, nichts Versprochenes halten zu müssen. Die totale Freiheit angesichts des Untergangs. Der Tod des american dream, dessen Sterben sich in den buntesten Farben entlädt. Die Hoffnung, dass ein Kontinent groß genug sein kann – dass es einen Ort geben muss, irgendwo hier, do you know where to find it, fragt Mr. Thompson mit seinem Kasetten-Recorder an einem Taco-Stand irgendwen, der es nicht begreift. Las Vegas aber entpuppt sich als Fatamorgana. Als Hort des Wahnsinns, bevölkert von Reptilien, verwüstet von eigener Hand. Das Leben zählt nur insoweit, als wir es zu vermeiden wissen, d.h. insofern wir uns zwar in der gleichen Raumzeit bewegen wie alle Anderen, aber nicht mehr in der selben. Die Drogen sind nur ein Mittel, die Ablehnung des falschen Ganzen mit Blut zu besiegeln. Ihr jeweiliger Effekt mag eine je einzigartige Welt erschaffen, die ganz für sich erforscht werden will. Was am Ende des Tages zählt, ist, dass es eine Verschiedene ist. Mit der alten Erkenntnis, dass das Licht am hellsten ist ganz am Ende des Tunnels, beginnt die wilde Flucht durch die Wüste und die Erkenntnis dämmert: Wir kommen damit durch.
Letztes Wochenende um die Mittagszeit, high noon in der Innenstadt. Während die Tür hinter mir ins Schloss fällt und mich in die Hitze der engen Strassen spuckt, wird mir bewußt, wie verschieden diese Welt tatsächlich ist. Verschanzt hinter einer Sonnenbrille, die längst mit meinem Gesicht verwachsen ist, versuche ich mir den Weg durch die Menge zu bahnen, ohne weiter aufzufallen. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Unterfangen schon gescheitert ist, lange bevor wir auf die Idee gekommen sind, uns heute noch vor der Welt zu entblößen. Ich habe jemanden dabei, den ich bei der Hand nehmen muss, um seine offensichtliche Angst vor den Protagonisten der Realität zu mildern. Völlig verpeilt, ich kann nicht umhin, sein blasses Gesicht toll zu finden, dessen wirre Augen nicht vor den Blicken des öffentlichen Unverständnisses geschützt sind. Ich muss wohl eine Macke haben. Nehmen wir schon zuviel, oder ist diese Kategorie denjenigen Vorbehalten, deren Genie die Welt im gleichen Atemzug schon für im Aussterben befindlich erklärt, in dem sie es erkennt? Leute, die was zu verlieren haben. Leute über Leute, von denen sie glauben, sie könnten ihnen irgendwelche Antworten geben. Nein, das nehme ich jetzt noch, mehr nehmen hilft.
Der typische Rockstar ist ein tragischer Held. Tragisch, insofern er an seinem Versuch zugrunde geht, die Welt wie sie ist zu ignorieren. Ein Held, weil er eigentümlicherweise gerade deshalb zur Projektionsfläche der Träume ganzer Generationen wird. Hunter S. Thompson war kein Rockstar, aber in dem zweifellos kleinen Teil des öffentlichen Bewußtseins, der mir persönlich zugänglich ist, wird er von manchen als solcher angesehen. Und dies nicht wegen der schwülen Ereignislosigkeit Puerto Ricos, die nur gelegentlich von eskalierenden Sauftouren durchbrochen wird, noch wegen der wahrscheinlich relativ nüchternen, investigativen Unterwanderung der Hell’s Angels – keine Ahnung, hab ich nicht gelesen. Sollte ich mal machen – der Teil meines Bewußtseins, der Hunter S. Thompson geil findet, kann das vertragen. Wirklich untergegangen ist er allerdings nie. Nur stiller geworden mit der Zeit, hab ich den Eindruck. Abgesehen von seinem Abgang. Der hat allerdings etwas anderes gesagt als Tragik, die ganz großer bullshit ist. Keine Überdosis, sondern freie Wahl. Punkt. Vielleicht doch Komma, was weiß ich, wie fertig der Typ am Ende war. Die Nummer mit der Rakete scheint mir aber dafür zu sprechen, dass er noch eine Menge Humor übrig hatte. Und dass heißt Abstand von sich selbst. Und das ist das wichtigste. Darum geht es. Zuviel nimmt man, wenn weniger nicht mehr reicht.
In den Augen der ganzen Irrern, die gar nichts nehmen, ist ein bißchen schon zuviel. Aber für nichts auf der Welt würde ich ein, zwei Tage schlechte Stimmung und verwirrte Gedanken gegen das ständige, unterschwellige Gefühl tauschen, irgendetwas zu verpassen. Oder schlimmer, das Gefühl, hier nichts zu verpassen. Also gar keins. Und dagegen sind die Geschichten von Hunter S. Thompson ein Beispiel, wie es auch laufen kann. Wir kommen damit durch, die Möglichkeit besteht. Es ist sogar recht wahrscheinlich, könnte sein. Kein Grund, sich was vorzumachen, aber auch keiner, der gegen etwas Disziplinlosigkeit sprechen würde. Der Kommunismus ist das Mittlere. Das Leben, dem ich entgehen will, ist nicht mein eigenes. Es ist das Leben der Anderen.
In meinem Jetzt jedenfalls, das wie immer etwas hinterher hinkt, gibt es seit neuestem mehr Stoff, um die Legende weiter auszuformulieren. Ach Scheisse, Legende. Bloss nicht auf der Exzentrik anderer Leute ausruhen, damit man es selbst nicht machen muss.

Gonzo. The Life and Work of Hunter S. Thompson

The Gonzo Tapes

Etwas poltert (bayr.)

Gennen si mei Eude? Nein, bisher nicht. Wos starrns di danoh? Ich wollte nur wissen, wo sie herkommt. Ja wos komm si denn woher? Gottseidank nicht aus Bayern. Wos sol des denn jetzt heissen? Weil ich mir Euer Gewäsch nicht mal ausdenken kann, ist ja furchtbar. Ich frage mich allerdings, wie ihr andererseits so herzergreifende Aktionen wie die Münchner Räterepublik – ich spreche hier hauptsächlich von der zweiten, so genannten Künstlerräterepublik –, ähh, wo war ich? Einen Exzentriker host mi gschimft. Des woan doch olles di Matrosen phon außerhalb… di haben uns unter den Tisch gsoffen und UNS di – Gewehre geklaut!
Eine Waffe haben wir aber noch in Bayern, Gerhard Polt. A ge mia weg mit den Roten. Geh selber weg; und vergiss deine Alte nicht.

Text kommt später

Dietrich Kittner mit spitzensound(c). Ich kann verstehen, dass der Fernsehverbot hat. Gut finde ich das nicht. Das Fernsehverbot.

Woher hat Rainald Grebe dieses Genie? Da können diese anderen KabarettistInnen mal einfach nach Hause gehen. Und in letzter Zeit finde ich, wir er ein kleines bißchen zum Rockstar.

Und was kommt danach?
Grosse Schritte? Und in welche Richtung?

Distanzierung: _

Give me a break

Das ist zwar nicht mein Genre, aber die Geschichte fasziniert:
Kurzfilm über das Amen-Break und wie sechs Sekunden aus dem Jahre 1969 sich immer wiederholen.

To trace the history of the Amen-Break is to trace the history of a brief period of time, when it seemed digital tools offered an unlimited amount of new forms of expression.
…to make new combinations and thus new meanings.

Nietzsche wegfeiern

Das spuckte mir gerade eine Playlist vor die Füße.
Als ich den Titel las, dachte ich: Ja, der passt zu dem Lied.

Anthony Rother – Gott